Belichtungsverfahren und Papiersorten bei Fotobüchern

Woe bestehen die Unterschiede?

Wer sich zum ersten Mal an ein Fotobuch wagt, hat einige Dinge zu beachten. Zwar bieten mittlerweile viele Dienstleister Softwarelösungen an, die einen viel Arbeit abnehmen, aber einige Punkte muss man sich gut überlegen. Da wäre der richtige Einband und das verwendete Material, die Auswahl der schönsten Bilder und wie man diese aufbauen möchte. Eine der bedeutendsten Aspekte ist aber die gewählte Papiersorte mit der die ganze Präsentation des Albums steht oder fällt. Verschiedene Sorten haben sich im Lauf der Zeit etabliert und werden von zahlreichen Unternehmen angeboten. Mit unserem Ratgeber wollen wir auf die wichtigsten Arten und die dahinter stehende Belichtungstechnik eingehen, damit sich bereits mit 20 bis 30 Minuten Arbeit erstklassige Ergebnisse erzielen lassen können.

Belichtungsverfahren

Echtfotobuch

In der Regel unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Techniken mit denen die Bilder aufs Papier gebracht werden. Wer Wert auf besonders ausdrucksstarke Bilder legt und bereit ist etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, sollte sich für Fotopapier entscheiden. Die Technik dahinter basiert noch auf alten Kameras, bei denen die Bilder mit Hilfe von speziellen Chemikalien erstellt werden, wie es beispielsweise bei den Polaroid-Kameras der Fall ist. Ein großer Vorteil dabei ist der größere Farbraum der abgebildet werden kann. Im Gegensatz zu einem Digitaldruck ist es möglich auch feine Abstufungen detailgetreu abzubilden und es entsteht kein Rastermuster, was vor allem bei großen Bildern bei näherer Betrachtung auffallen kann.

Digitaldruck

Auf der anderen Seite steht der Digitaldruck bei dem die Bilder ähnlich einem Laser- und Tintenstrahldrucker stufenweise aufgetragen werden. Dadurch bilden sich, wie oben bereits erwähnt, Rastermuster. Auch kann man nicht auf den kompletten Farbraum zurückgreifen, sondern muss sich mit CMYK begnügen. Bei diesen werden die Farben Cyan (C), Magenta (M), Gelb (Y) und Schwarz (K, wird traditionell als Key bezeichnet) übereinander gelegt um das Bild zu erschaffen. Die Übertragung erfolgt in der Regel durch einen Datenstrom von einem Computer oder einer speziellen Papiermaschine.

Papierstärke

Nachdem wir die unterschiedlichen Belichtungsvarianten erläutert haben, muss die richtige Papierstärke für die Fotobücher ermittelt werden, denn Papiere gibt es in unterschiedlichsten Stärken und Grammaturen die von 60 g/m² bis hin zu 360 g/m² reichen können. Zum Vergleich: Ein normales Blatt hat 80 g/m², welches in fast jedem Haushalt und Büro genutzt wird. Ein dickeres Papier bedeutet ein höheres Gewicht, aber auch höhere Qualität. Dünnere Seiten sind nicht sehr reißfest. Die meisten Anbieter machen die Papierstärke von der gewählten Buchgröße abhängig und geben dem Kunden gar nicht die Möglichkeit diese frei zu wählen. Dies ist auch nicht verkehrt, da beispielsweise Fotopapier deutlich dicker ist und je nach Bindungsart nur eine geringe Anzahl an Seiten aufnehmen kann. Je nach Anbieter kann man meist 100 bis 120 Seiten unterbringen, sei es im Hoch- oder Querformat.

Für ein Fotopapier ergibt sich eine Stärke von bis zu 360 g/m², wobei durch die eingesetzte Technik jeweils nur die Vorderseite bedruckt werden kann. Daher werden in der Regel kleinere Formate mit geringen Abmessungen und eine Aufbereitung mit Softcover genutzt. Die Seiten können im Leporello-Verfahren miteinander verbunden werden. Die jeweils rechte Hälfte einer Seite wird rückseitig mit der linken Seiten der folgenden Seite verbunden.

Papiersorten

Abhängig davon welches Fotobuch man gestaltet gibt es mehrere Papiersorten die sich dafür eignen. Diese sind sowohl für das Fotopapier, als auch für Seiten aus dem Digitaldruck erhältlich. Matte Seiten haben den Vorteil, dass Fingerabdrücke und Fettablagerungen nicht so gut erkenntlich sind und eignen sich daher für Bücher die oft genutzt werden. Zudem treten, abhängig vom Betrachtungswinkel, häufig Spiegelungen auf, welche die Betrachtung durchaus erschweren können. Etwas teurer ist die Variante in edelmatt die sich für edle Bildbände eignet und durch eine besonders samtige Haptik überzeugt.

Wenn man besonders kräftige Farben haben möchte, greift man auf glänzendes Fotopapier zurück, wie man es von Fotoabzügen kennt. Es erzeugt eine edle Optik, zieht aber auch Schmutz magisch an. Es eignet sich daher nur bedingt für Alben die oft genutzt werden oder für Fotobücher für Kinder, aber wunderbar für Reise- und Hochzeitsfotos da die Farben sehr natürlich wiedergegeben werden können.

  • Premiumpapier glänzend: Dank einer speziellen Veredelungsschicht bietet diese Sorte einen hochwertigen Glanz mit hoher Reißfestigkeit an und eignet sich wunderbar für Detailaufnahmen.
  • Naturpapier: Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt und einen besonders schmalen ökologischen Fußabdruck hinterlassen möchte, der kann sich auch bei einigen Anbietern Naturpapiere ansehen. Auch als Strohseide bezeichnet, bestehen diese komplett aus pflanzlichen Fasern, welche beispielsweise aus dem Maulbeerbaum gewonnen werden. Die Fasern werden gebleicht und anschließend eingefärbt. Im Gegensatz zu normalen Papier weisen die Seiten eine besondere Haptik auf, da es sich um ein sogenanntes ungestrichenes Papier handelt um man direkt die Fasern berührt. Früher war es recht schwierig kraftvolle Bilder damit zu erschaffen, mit der Erfindung des modernen Digitaldrucks auf den wir oben eingegangen sind, ist dies aber deutlich besser geworden. Die Qualität der Bilder wird primär von den Rohstoffen bestimmt. Es eignet sich vor allem für Lasergravuren und Laserstanzungen da bei einem normalen Druck die Farben verlaufen können.
Über den Autor
Kai Schmidt
Kai Schmidt ist ein technikaffiner Redakteur der seit 2010 Newsartikel, Testberichte und Kaufberatungen verfasst. Im Süden von München aufgewachsen zog er 2011 nach Berlin um dort bei verschiedenen Online-Redaktionen zu arbeiten.