Scrapbooks

Der kreative Bruder des Fotoalbums

Im Laufe der Jahrzehnte sind einige Trends aus den USA zu uns herübergeschwappt, die sich mal mehr und mal weniger bei uns eingebürgert haben. Neben Halloween, Fast Food und zahlreichen Geschäftsideen hat sich Scrapbooking als Bastelhobby im deutschen Raum etabliert. Das Wort Scrapbooking kommt vom englischen „Scrap“, welches Schnipsel bedeutet. Bereits zur Zeiten von Königin Victoria von Großbritannien waren sie beliebt, aber wurden im Gegensatz zu heute nicht als Hobby betrieben, sondern dienten vor allem für individuelle Zusammenstellungen von berühmten Personen oder Personengruppen wie Adelsfamilien.

Crops

Heutzutage hat sich eine regelrechte Scrapbook-Bewegung gebildet, bei dem gemeinschaftlich in Workshops gearbeitet wird. Dort werden beliebte Techniken ausgetauscht und Arbeiten zu oft vorgegebenen thematischen Schwerpunkten erstellt was viele Leute nutzen, um neue Impulse für die eigenen Werke zu erlangen. Solche Treffen werden als “Crops“ bezeichnet. Als DIY-Bastelhobby macht es sowohl Kindern, als auch Erwachsenen gleichermaßen großen Spaß. Hin und wieder werden die Bücher auch Smash Books genannt.

Scrapbook basteln

Anders als bei herkömmlichen Fotobüchern werden in Scrapbooks vor allem Geschichten erzählt, die nicht nur mit Bildern, sondern auch mit Eintrittskarten, Einladungen, Muscheln, Kassenbons, Straßenbahntickets und dergleichen gespickt werden. Viele haben solch ein Buch während der Schulzeit gefertigt um die schönsten Erinnerungen aufzubewahren. Man kann darin auch Gedichte sammeln und Collagen präsentieren. Da es kein „richtig“ oder „falsch“ bei der Erstellung gibt, kann man unbeschwert die eigenen Vorstellungen und Fantasie ausleben, Hauptsache man hat daran Spaß. Im Vorfeld sollte man sich aber trotzdem darüber klar werden, welches Thema man letztlich verfolgen möchte, viele fertigen solch ein Album auch zur Geburt eines Babys an. Selbst gestaltete Alben haben eine persönliche Note und strahlen aus, dass sie mit viel Sorgfalt und Liebe gestaltet wurden, daher bieten sie sich auch wunderbar als Geschenk an. Beispielsweise ein Scrapbook als Kochbuch wo den Kindern die Rezepte ihrer Lieblingsessen liebevoll präsentiert werden. Am besten eignen sich kleine Fotos wie etwa Polaroids in Größe von Visitenkarten.

Materialien

Für die Herstellung braucht es neben viel Fantasie auch eine Vielzahl an Materialien, die man sich im Vorfeld besorgen sollte. Wir möchten eine kleine Übersicht geben welche Sachen man auf seine Einkaufsliste setzen könnte, um direkt mit der Arbeit beginnen zu können. Dazu zählen beispielsweise Scheren, Cutter und Trimmer um die zahlreichen Bilder in Form zu bringen. Mit Stempel und Stempelkissen lassen sich spielend einfach Verzierungen anfertigen und mit Stickern aufwerten. Als Trägermaterial kann man verschiedenfarbige Papiere mit unterschiedlichen Stärken nutzen, um den Inhalt deutlich aufzupeppen. Viele Hersteller haben spezielles Scrapbooking-Papier im Angebot, welches mit verschiedensten Materialien gefertigt und Motiven bedruckt ist. Diese weisen unterschiedliche Stärken auf und einige haben besondere Effekte wie Glitzer oder eine strukturierte Oberfläche. Zu der Grundausstattung gehört auch ein Sammelbuch, Fotobuch oder Fotoalbum das als Grundlage dient. Wer will, kann auch zu vorgefertigten Scrapbook Sets greifen, um direkt loszulegen. Diese enthalten je nach Anbieter beispielsweise ein gedrucktes Fotobuch mit Spiralbindung sowie eine Dekobox mit diversen Vorlagen, Stickerbögen und Klammerschleifen. Alternativ kann man auch einfach ein Heft mit dickeren Blättern nehmen und buntes Klebeband nutzen, um coole Akzente zu setzen.

Viele nutzen auch sogenannte Washi Tapes, die auch als Masking Tapes bezeichnet werden. Dabei handelt es sich um feines bedrucktes und selbstklebendes Papierband für einfache Dekorationen. Kleine Pins und Klammern die als Brads bekannt sind, werden zur Befestigung oder Verzierungen der Seiten eingesetzt. Mit Chipboad Stickern (voluminöse Sticker) werden Motive besonders eindrucksvoll hervorgehoben und mit Embellishments verziert (Verzierungen und Applikationen aus Stoff oder Karton, die zusätzlich zum Foto auf das Trägermaterial aufgeklebt werden). Oder man greift zum Pinsel und verschönert die Seiten mit Wasserfarben. Mithilfe von verschiedenartigen Motivstanzern können ausgefallene Bordüren in die Seiten gestanzt werden. Bei den Klebstoffen und anderen Materialien sollte man auf säurefreie und ligninfreie Produkte achten, ansonsten können die Chemikalien, die zum Einsatz kommen auf Dauer die Fotos schädigen.

Bindung

Ein wichtiger Punkt ist auch, wie man das Projekt am Ende binden möchte. Eine der einfachsten Varianten ist wohl die Klammer- oder auch Heftbindung. Bei dieser werden die einzelnen Seiten, sowie das Cover mittig mit stabilen Drahtklammern geheftet, die es überall zu kaufen gibt. Diese lassen sich, sofern man im Laufe der Zeit weitere Seiten anbringen möchte, vorsichtig öffnen und wieder zubiegen. Wem dies nicht gefällt, kann auch gerne auf eine Spiralbindung zurückgreifen. Auch als Wire-O Bindung bekannt bezeichnet es eine spezielle Art der Ringbindung, bei denen die Seiten in eine Art Doppelspirale eingedreht werden. Sie werden an der linken Seite gelocht und durch einen Metall- oder Kunststoffdraht gefädelt, wobei es auch hier möglich ist, später noch Seiten hinzuzufügen. Diese Drähte gibt es oft in verschiedenen knalligen Farben, die das ganze Album dann nochmals deutlich aufwerten. Der große Vorteil einer solchen Bindung ist das Aufschlagverhalten der Seiten. Diese können um bis zu 360 Grad umgeschlagen und sehr flach auf Oberflächen gelegt werden; Toll, wenn das Scrapbook aufgeschlagen liegen bleiben soll.

Über den Autor
Kai Schmidt
Kai Schmidt ist ein technikaffiner Redakteur der seit 2010 Newsartikel, Testberichte und Kaufberatungen verfasst. Im Süden von München aufgewachsen zog er 2011 nach Berlin um dort bei verschiedenen Online-Redaktionen zu arbeiten.